
Abschied Pfarrer Johannes Bold

In den letzten Tagen hat es etliche Feiern im Großen und im Kleinen gegeben, bei denen mein Abschied Thema war. Ich kann nur sagen, dass ich sehr, sehr dankbar bin für die zahlreichen Zeichen der Zuwen- dung und Wertschätzung, die ich erhalten habe. Ohne die zurückliegenden Jahre verklären zu wollen, darf ich sagen, dass es über große Strecken leicht für mich war, für Sie und Euch alle meinen Dienst zu tun. Wenn ich jetzt in diesen Tagen mit dem Rad durch Weinheim fahre, wo ich wahrscheinlich durch jede Straße mal gefahren bin, überströmt mich ein Gefühl der Freude im Denken an die Menschen, de- nen ich begegnen und das Reich Gottes, Seine unendliche Liebe, auf diese oder jene Weise verkünden durfte, auch ziemlich oft ohne Worte.
Wie oft habe ich Entgegenkommen gespürt, Wohlwollen, ein freudiges Lächeln, oder das Anvertrauen einer Sorge, einer Not. Ratlos ist der Seelsorger dann, ohnmächtig, aber schon das Zuhören kann erste Hilfe sein. Und wie oft bin ich selbst durch die Begegnungen mit den Menschen aufgebaut worden, wie oft habe ich selber viel mehr empfangen als ich geben konnte.
Von ganzem Herzen bitte ich alle darum, in der gleichen konstruktiven Weise mit Pfarrer Gerhard Schrimpf, dem verantwortlichen Pfarrer der Seelsorgeeinheit, und Pfarrer Stephan Sailer zusammen zu arbeiten und ihr Wirken zu unterstützen.
Jetzt nehme ich Abschied. Am 31. August 2016 ist mein letzter Arbeitstag. Am 1. September findet mein Umzug statt. Meine Möbel werden mir voraus wandern nach Oberkirch-Nußbach, wo ich ab Sommer 2017 mit einem Priesterkollegen im dortigen ehemaligen Pfarrhaus wohnen werde. In der Zwischen- zeit werde ich in Loppiano, einem kleinen Ort in der Toscana in der Nähe von Florenz, ein Studienjahr einlegen. Dort ist eine Modellsiedlung der Fokolar-Bewegung und eine kleine Universität, beides sehr international besetzt, ich werde in einem Pfarrhaus wohnen mit acht Priestern aus fünf Nationen und drei Kontinenten.
Was wir einander in Liebe geschenkt haben, bleibt, auch wenn sich die Wege nach den Plänen Gottes trennen. Denken wir an einander! Danken wir einander! Beten wir für einander!
Mit frohen und dankbaren Grüßen
