
Die Adventszeit und das nahende Weihnachtsfest

Wir warten auf bessere Tage. Für die einen geschenkte Zeit, für andere nur schwer auszuhalten. Distanzhalten als eine Tat der Nächstenliebe hat sich nicht jedem erschlossen. Gerade in der dunkleren Jahreszeit suchen und brauchen wir mehr soziale Nähe. Wir spüren noch stärker, dass unsere Sehnsucht nach gemeinschaftlicher Lebensfreude im Quadrat der Entfernung zueinander wächst.
In einem solchen Moment zu Beginn des Advents wurde mein Blick von einem selbstgebastelten Weihnachtsstern am Fenster angezogen: für mich ein erster verhaltener Hinweis auf den hellen Stern über dem Wunder der Menschwerdung Gottes an Weihnachten. In meinen Gedanken sehe ich unter ihm schon das Lächeln des Säuglings in der Krippe. Ein Lächeln, das wie ein Zeichen Gottes an uns ist, unser Leben als sein Geschenk anzunehmen. Ein Lächeln, das über unseren Sorgen neue Zuversicht wecken und unsere Hoffnung stärken will.
Suchen wir in der Advents- und Weihnachtszeit Gelegenheiten, um unsere Mitmenschen zu beschenken, v.a. jene, die unserer Hilfe besonders bedürfen: mit unserer Zeit, mit freundlichen Worten und Gesten, mit konkreten Hilfen. So wie wir uns dann am Heiligen Abend mit Gaben beschenken, um wechselseitig zu sagen, dass wir uns wie ein Geschenk des Himmels verstehen dürfen.
Genau besehen, lehrt uns das Geheimnis dieses Abends, in jedem Menschen ein Wesensabbild Gottes zu sehen, dem wir respektvoll begegnen sollen. Betrachten wir das Geheimnis der Heiligen Nacht ruhig als den Anfang unserer Erlösung:
Du bist der Stern, der im Finsteren scheint,
du bist der Funke, der Herzen vereint.
Du bist das Tor, das uns Zutritt verheißt,
du bist der Gast, der im Innern uns speist.
Du bist der Friede, der alles umfängt,
du bist der Ort, der Geborgenheit schenkt.
Du bist die Wahrheit, der Weg und das Licht
Du bist der Heiland, ich fürchte mich nicht.
Nach einem alten irischen Segensgebet
Ich wünsche ihnen allen eine besinnliche Adventszeit,
ein frohes Weihnachtsfest,
und bleiben sie behütet und gesund.
